Sinnvoller Umgang mit den Ohren Ihrer Gäste

Warum ist diese Art von Führerschein wichtig?

Der “DJ-Führerschein” wurde an DJs vergeben, die sich für ein verändertes Bewusstsein im Umgang mit lauter Musik und freizeitbedingten Hörschäden bei Discobesuchen und zu lauter Musik auf Veranstaltungen einsetzen.

Um die “Führerscheinprüfung” erfolgreich zu bestehen, mussten die Discjockeys an einem Seminar teilnehmen, bei dem sie über die gesundheitlichen Folgen lauter Musik, über akustisch-technische Aspekte und haftungsrechtliche Tatbestände geschult wurden.

Den Abschluss bildete ein schriftlicher Test.

“Die Inhalte zu diesem DJ-Führerschein haben Experten der Technischen Uni Berlin sowie Fachleute aus dem Bereich Schallwirkungsforschung erarbeitet”, so Dirk Wöhler, Präsident des BVD e.V. Braunschweig.
http://www.dj-fuehrerschein.de

Hintergrund
Die zunehmende Anzahl freizeitbedingter Gehörschäden bei Kindern und Jugendlichen gibt Anlass zu großer Sorge. Der Lärm in den Diskotheken und die laute Musik aus dem MP3-Player machen ihren Ohren zu schaffen. Der Lärmpegel liegt dabei mit bis zu 110 Dezibel weit im gehörschädigenden Bereich, der bei 85 Dezibel beginnt. Auch halten sich Jugendliche heute viel länger in Diskotheken auf als früher. Waren es Anfang der achtziger Jahre im Durchschnitt noch 2,5 Stunden, so sind es heute rund fünf Stunden pro Diskobesuch. Experten vermuten, dass ein Drittel der Jugendlichen mit spätestens 50 Jahren ein Hörgerät benötigt. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber in Erwägung gezogen, eine Schallpegelbegrenzung auf der Tanzfläche einzuführen. In der Diskussion sind Mittelungspegel von unter 100 db(A)! Teilweise wurde sogar der Wert von 95 db(A) genannt.

Einführung eines DJ-Führerscheins
Um ein Gesetz mit unrealistisch niedrigen Werten zu verhindern, haben BDT und BVD die Einführung eines DJ-Führerscheins vorgeschlagen. Hierbei handelt es sich um eine Informations- und Aufklärungsveranstaltung mit abschließender schriftlicher Prüfung für Discjockeys.
Discjockeys werden über gesundheitliche Folgen lauter Musik, über akustisch-technische Aspekte und über haftungsrechtliche Tatbestände aufgeklärt und fortgebildet. Die Inhalte dieses Seminarprogramms wurden von Experten der Technischen Universität Berlin sowie Fachleuten aus dem Bereich der Schallwirkungsforschung erarbeitet.
Die Discothekenunternehmer in Deutschland haben bereits angekündigt, dass sie zukünftig nur noch DJs beschäftigen werden, die ihre fachliche Qualifikation im Umgang mit der Musiklautstärke durch den erworbenen DJ-Führerschein nachweisen können. Denn die Unternehmer sehen sich einer steigenden Anzahl von Schmerzensgeldklagen von gehörgeschädigten Gästen ausgesetzt.

Seminarinhalte:

Gesundheitliche Aspekte (u.a. Funktion des Ohres, Wirkung von Schall auf die Gesundheit, gehörverträgliche Schallpegel, Expositionsdauer, Bedeutung von Höhen und Bässen, Impulsschall versus Dauerschall)

Technische Aspekte (u.a. A-Bewertung, Schallpegelmessung, Anordnung von Lautsprechern, räumliche Schallpegelverteilung bei Beschallung der Tanzfläche, Unterschied zwischen Mittelungspegel und Maximalpegel

Rechtliche Aspekte (u.a. Rechtslage, strafrechtliche u. zivilrechtliche Beurteilung, Haftung des Unternehmers und des DJs, aktuelle Rechtsprechung, Rechtsfolgen, Versicherungsschutz für DJs)